Das Projekt „Polnische Displaced Persons“ - transnationale Regionalgeschichte im Zeitraum 1945-50
Sechs Schülerinnen und Schüler unserer Oberstufe erforschen im Schuljahr 2011/12 im Projekt „Polnische Displaced Persons“ transnationale Regionalgeschichte im Zeitraum 1945-50. Im Mittelpunkt stehen mit den "Displaced Persons" (DPs) jene Menschen polnischer Nationalität, die im 2. Weltkrieg in den Lübecker Raum verschleppt wurden, nach ihrer Befreiung aber nicht oder nicht sofort nach Polen zurückgekehrt sind. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern des Trave-Gymnasiums und eines Stettiner Lyceums erschließen sie das kleine Archiv der polnischen Gemeinde zu Lübeck, führen Zeitzeugeninterviews, sichten Nachlässe polnischstämmiger DPs und die bereits erschlossenen Bestände des Archivs der Hansestadt Lübeck, um die Motive jener Menschen besser verstehen zu können, die sich im Land ihrer Verschleppung weiterhin freiwillig aufgehalten haben.
Projekt-Kurzbeschreibung: Mittels dreier Workshops bekommen die Schülerinnen und Schülern in Vorträgen und Übungen jenes methodisches Handwerkszeug vermittelt, welches für die Erschließung von Quellen und für zielgerichtete Interviews notwendig ist. Die Zusammenarbeit polnischer und deutscher Schülerinnen und Schülern bei der Erschließung verschiedensprachiger Quellen und der späteren Übersetzung der Arbeitsergebnisse in die jeweils andere Sprache steht beim ersten Treffen ebenso im Vordergrund wie die Einteilung der Arbeitsgruppen und die Koordination der verschiedenen Arbeitsaufträge für den ersten Archivbesuch. Der erste Workshop findet von Freitag bis Montag zu Beginn der Herbstferien 2011 statt.
Zielsetzung des Projekts: Am Ende des von Wissenschaftlern der Academia Baltica, der Bosch-Stiftung und den zwei Geschichtslehrern unterstützten Projekts steht die Präsentation der Ergebnisse vor interessiertem polnischen Fachpublikum in Stettin und in Form einer Wanderausstellung in deutscher und polnischer Sprache. Für unsere Baltic-Schule verbindet sich mit diesem anspruchsvollen Projekt die Hoffnung, dass die Bereitschaft der Schülerinnen und Schülern zu außerunterrichtlicher Aktivität mit geschichtlichem Bezug, die über den eng gefassten Lernstoff hinausreicht, vielleicht nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit wird, gleichsam aber auch nicht eine bloße Randerscheinung bleibt.

